Bargeschäfte

Unter dem Begriff Bargeschäfte werden alle Geschäftsabläufe erfasst, bei denen der Tausch Ware gegen Bezahlung in Geld, also bar erfolgt. Das Gegenteil dazu sind die verschiedenen Arten der bargeldlosen Bezahlung; vom Onlinebanking über die BankCard bis hin zur Kreditkarte. Bargeschäfte werden im heuten Lebensalltag nach wie vor am häufigsten abgewickelt.


Das ist ungeachtet dessen der Fall, dass jeder Kontoinhaber seine BankCard und mindestens eine Kreditkarte mit sich führt, um Käufe bargeldlos zu bezahlen. Die einen wickeln Bargeschäfte aus Überzeugung ab, die anderen der geringen Summen wegen, die zu bezahlen sind. Im Gegensatz zur bargeldlosen Zahlung mit der Karte und dem dazugehörigen Zahlungsbeleg spricht für Bargeschäfte die Tatsache, dass es deutlich einfacher ist, den Überblick über die ‚Barschaft‘ zu bewahren. Deren Handhabung ist denkbar einfach. Der Tag oder die Woche beginnt mit einer bestimmten Bargeldsumme im Portemonnaie. In den folgenden Stunden oder Tagen kann genau verfolgt werden, wie sich die Ausgangssumme verringert, weil sämtliche Käufe als Bargeschäfte abgewickelt werden. Zur rechnerischen Gegenprobe werden die Kassenbons aufbewahrt, abends oder am Wochenende addiert und mit dem noch vorhandenen Bargeld abgeglichen.

Aus juristischer Sicht haben Bargeschäfte den entscheidenden Vorteil, dass sie bis auf ganz wenige strafrechtliche Ausnahmen unanfechtbar sind. Das kann dann bedeutsam sein, wenn Waren oder Dienstleistungen von einem Schuldner in bar bezahlt werden, der kurz vor der Firmen- oder Privatinsolvenz steht. In einem solchen Falle gilt es als Gläubigerschutz, dass die bar und zu Recht erhaltene Summe nicht anschließend vom Insolvenzverwalter zurückgefordert werden kann. Bargeschäfte erfüllen in diese Falle den Zweck, ein auch finanziell schwaches Unternehmen nicht von der Teilnahme am Geschäftsverkehr auszuschließen. Andererseits können Bargeschäfte im gegenseitigen Einvernehmen ohne jede weitere Belegführung abgewickelt werden. Das Bargeld wird übergeben und dementsprechend quittiert – oder auch nicht. Entscheidend ist dabei, dass sich Gläubiger und Schuldner einig sind.

Bargeschäfte, also die Barzahlung beim Waren- und Leistungsaustausch, sind auch zukünftig aus dem Geschäftsleben nicht wegzudenken. Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende führen ergänzend zum Firmenkonto eine Firmenkasse, die Bargeldkasse. Damit werden Kleinbeträge im Geschäftsalltag bezahlt, allen voran die Paketzustellungsgebühr an das Logistikunternehmen. Das sind kleine Summen im einstelligen Eurobereich. Sie müssen, können aber nur bar bezahlt werden. Das von den Kreditinstituten angestrebte kontaktlose Bezahlen wird auch langfristig Barzahlungen, also Bargeschäfte nicht ersetzen. Wer heute bargeldlos mit Eingabe der PIN bezahlt, der freut sich auf das noch schnellere kontaktlose Bezahlen mit BankCard oder Kreditkarte. Wer jedoch Kleinstkäufe oder Haushaltseinkäufe als Bargeschäfte erledigt, der wird das auch zukünftig tun. Barzahlung ist sowohl eine Frage der Gewohnheit als auch der Überzeugung im Umgang mit dem Geld.

Die Zahl der Geldautomaten zum Bargeldabheben nimmt landesweit eher zu als ab. Das ist ein Indiz dafür, dass auf Bargeschäfte, also auf Barkäufe im privaten und auch geschäftlichen Alltag, weder verzichtet werden kann noch soll.

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