Gehaltskonto

Als Gehaltskonto wird das Girokonto bezeichnet, auf dem das regelmäßige Arbeitseinkommen eingeht und als Guthaben verbucht wird. Da aus diesem laufenden Einkommen heraus auch die monatlichen Verbindlichkeiten und Ausgaben bezahlt werden, wird der gesamte Zahlungsverkehr über das Gehaltskonto abgewickelt.


Banken und Sparkassen legen bei der Eröffnung eines Girokontos großen Wert darauf, dass es sich dabei um ein, um das Gehaltskonto handelt. Damit verbunden ist das monatlich regelmäßige und oftmals hohe Buchungsaufkommen auf der Ausgabenseite. Üblich und normal ist es, das monatliche Einkommen für die monatlich anfallenden Ausgaben zu verwenden. Was dann noch übrigbleibt, das wird entweder durch Überweisung auf das Tages-/Festgeldkonto gespart, oder der Überschuss verbleibt als Habensaldo auf dem Gehaltskonto. Dem kontoführenden Kreditinstitut ist an einem möglichst hohen Zahlungsverkehr mit vielen Buchungen gelegen. Das ist dann gesichert, wenn die dazugehörigen Einnahmen auf demselben Girokonto eingehen.

Auf dem Gehaltskonto als dem „Erstgirokonto“ werden sämtliche Einkünfte verbucht, die der Kontoinhaber erhält. Das ist auch, aber nicht nur sein Gehalt. Weitere Monatseinnahmen sind Kindergeld, Unterhaltszahlungen oder Transferleistungen vom Staat. Gemeint sind damit sämtliche Einnahmen, die für den laufenden Lebensunterhalt benötigt und verwendet werden. Da der Kontoinhaber im Laufe von Jahren oder gar Jahrzehnten mit einer Vielzahl von Buchungsvorgängen rechnen muss, sollte das Gehaltskonto möglichst kostenlos sein. Kostenlos heißt in diesem Sinne ohne monatliche Kontoführungs-, und vor allem ohne Buchungspostengebühren. Der Gehaltseingang ist monatlich eine einzige Buchung, der oft ein Dutzend und mehr Buchungen auf der Ausgabenseite gegenüberstehen. Die summieren sich sehr schnell zu jährlich bis zu 200 oder noch mehr Buchungsvorgängen. Wenn sie nicht kostenlos oder absolut kostengünstig sind, dann sind Kosten im höheren zweistelligen Eurobereich unvermeidbar.

Zu einem Gehaltskonto gehört üblicherweise auch ein Dispositionskredit, der Dispo-Kredit. Er ist das Angebot des Kreditinstitutes, das Gehaltskonto vorübergehend im Minus führen zu dürfen. Das kann hilfreich sein, wenn sich die Termine für die Gehaltszahlung einerseits und für Ausgaben andererseits kreuzen oder überschneiden. Ohne den Dispo-Kredit muss der Kontoinhaber für einen entsprechend hohen Guthabensaldo sorgen; ansonsten wird die fällige Ausgabe nicht gebucht. Lastschriften und Daueraufträge werden möglicherweise gebucht und sofort anschließend ‚mangels Kontodeckung‘ kostenpflichtig storniert. Solche unliebsamen Situationen erübrigen sich mit einem Dispo-Kredit, der allerdings mit den hohen Dispo-Zinsen seinen Preis hat. Die Dispo-Kredithöhe richtet sich nach der Höhe der monatlichen Gehaltsgutschrift. Hier ist jede Bank und Sparkasse frei in ihrer Entscheidung, einen Dispo-Kredit in Höhe von ein, zwei oder auch mehreren Monatsgehältern anzubieten. Der Kontoinhaber ist in der angenehmen Situation, den Dispo-Kredit jederzeit in Anspruch nehmen zu können, aber keineswegs zu müssen. Im Grunde genommen ist jedes Girokonto mit seinem regelmäßigen Geldeingang ein Gehaltskonto. Rentenzahlungen werden einem Gehaltseingang gleichgesetzt.

Dass ein Gehaltskonto als solches keinen Selbstständigen, Freiberuflern und Gewerbetreibenden angeboten werden kann, ergibt sich aus der Art von deren Einkünften. Sie beziehen kein Gehalt, sondern haben ein gewerbliches beziehungsweise freiberufliches Einkommen.