Kapitalertragsteuer

Die Kapitalertragssteuer in Österreich beträgt derzeit 25 Prozent. Sie wird auf Kapitalerträge fällig, die durch Zinsen oder Spareinlagen auf dem Girokonto auflaufen. Sie zählt zu den Einkommenssteuern und wird in der Steuererklärung berücksichtigt, weil die Kapitalertragssteuer als Abgeltungssteuer gilt. Zum ersten Jänner 2016 wird der Steuersatz für die Kapitalertragssteuer auf 27,5 Prozent angehoben, außer auf Zinserträge von Sparbüchern und -konten sowie von Bauspareinlagen und Girokonten. Alle anderen Zinserträge werden ab 2016 mit 27,5 % versteuert.


Die Kapitalertragsteuer wird als KESt abgekürzt. Sie wird auf Gewinne durch Aktien, Zinsen und alle inländischen Kapitalerträge erhoben. Für die Erhebung und die Zahlung an die Finanzbehörden sind die Banken, Versicherungen oder Aktiengesellschaften verantwortlich. Der Kunde der Gesellschaften erhält vom Gewinn nur den Nettobetrag ausgezahlt. Als Abgeltungssteuer wird die Kapitalertragssteuer bei der Steuererklärung nach der Abführung nicht mehr auf das Gesamteinkommen angerechnet. Neben Lohn-, Umsatz-, Mineralöl- und Körperschaftssteuer ist die Kapitalertragssteuer eine wichtige Einnahmequelle für den Bund, das sich durch den Quellsteuerabzug erhöht hat. In ihrer jetzigen Form wurde die Steuer 1993 eingeführt. Weil die Kapitalertragssteuer deutlich günstiger ist als in den Nachbarländern ist, hat sie unter der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz.

Welche Einkünfte zählen zu den Zinserträgen für die Kapitalsteuer?

  • Sparbuch
  • Festgeld
  • Tagesgeld
  • Anleihen
  • Pfandbriefe
  • Schatzscheine
  • Anteile an einer GmbH
  • stille Beteiligungen
  • Genussrechte
  • Partizipationskapital
  • Dividende

Besonderes zur Kapitalertragsteuer in Österreich
Alternativ kann der Kapitaleintrag zu den Gesamteinkünften dazu gerechnet werden und mit dem Durchschnittssteuersatz besteuert werden. Dabei werden Erträge aus Beteiligungen nur mit dem halben Durchschnittssteuersatz veranlagt.

Spareinlagen, die mindestens auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegt sind, sind steuerfrei.

Fremdwährungsanleihen (per 31.12.88) und AST-Anleihen (31.12.83), inländische Wertpapierfonds, ausländische Wertpapiere in Form von Aktien sowie Zinsen aus Bausparverträgen werden unter bestimmten Bedingungen nicht kapitalsteuerpflichtig. Andere Zinserträge werden dagegen voll mit der Einkommenssteuer veranlagt. Dazu zählen der kurzläufige Rückkauf von Lebensversicherungen, private Placements, Erträge von ausländischen Aktien, Gewinnanteile und Überschüsse von echten Stillen, Privatdarlehen sowie Beteiligungen an Personengesellschaften.

Rückerstattungsmöglichkeiten für die Kapitalertragssteuer
Eine Erstattung für die Kapitalertragssteuer muss jedes Jahr wieder neu beim Finanzamt am örtlichen Wohnsitz beantragt werden. Eine Erstattung ist für fünf Jahre rückwirkend möglich. Eine Rückerstattung ist besonders für Personen mit Kinderabsetzung möglich, wenn die gezahlte Kapitalertragssteuer im Jahr über 610,80 Euro liegt. Hat der Alleinverdiener einen Ehepartner, dann orientiert sich die Erstattung an der Alleinverdienerabsetzung. Diese beträgt ohne Kind 364 Euro, mit einem Kind 494 Euro, mit zwei Kindern 669 Euro und für jedes weitere Kind 220 Euro.

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