SEPA Lastschrift

Single European Payments Area (SEPA) ermöglicht europaweite Überweisungen und Lastschriften. SEPA wurde erstmals im Jahre 2008 eingeführt und konnte parallel als Zahlungsart verwendet werden. Seit Februar 2014 sind ausschließlich SEPA-Überweisungen und Lastschriften möglich. Zur eindeutigen Identifizierung einer Zahlung dienen IBAN und BIC. Der Gläubiger einer Lastschrift wird mittels Gläubiger-ID identifiziert. Grundsätzlich wird zwischen einer Basis- und einer Firmenlastschrift unterschieden.

Die SEPA-Lastschrift gibt es mittlerweile in drei unterschiedlichen Arten.
Die Basis-Lastschrift dient der einmaligen Einzugsermächtigung und wird häufig im privaten Bereich verwendet. Hier gelten strengere Vorgaben bezüglich der Vorlaufzeiten, bis wann die SEPA-Lastschrift bei der Zahlstelle vorliegen muss. Zur Ermächtigung der Lastschrift wird ein unterschriebenes, gültiges Mandat benötigt. Liegt kein gültiges Mandat vor und handelt es sich damit um einen nicht autorisierten Lastschrift-Einzug, kann der Zahler auch nach dreizehn Monaten die Rückzahlung einfordern. Nach 36 Monaten wird ein erteiltes Mandat automatisch ungültig, sofern dieses zwischenzeitlich nicht genutzt wurde. Ansonsten verlängert es sich automatisch um weitere 36 Monate. Jedes Mandat verfügt über eine eindeutige Mandatsreferenz, mit der das Mandat in Verbindung mit der Gläubiger-ID identifiziert werden kann. Das Mandat ist in der Sprache zu verfassen, die der Zahlungspflichtige verstehen kann. Im Zweifelsfalle kann das Mandat in englischer Sprache verfasst sein.

Um den Anforderungen der Geschäftswelt zu genügen, wurden weitere Abwandlungen der SEPA-Lastschrift eingeführt. Die Firmenlastschrift enthält als wesentliches Unterscheidungsmerkmal die Verzichtserklärung auf den Erstattungsanspruch. Des Weiteren wird das Lastschriftmandat durch die Bank des Zahlungspflichtigen geprüft. Das bedeutet, das Lastschriftmandat muss vor dem ersten Einzug bei der Bank zur Prüfung vorliegen. Vorteile ergeben sich hinsichtlich der Variationsmöglichkeiten bezogen auf Einzug und Frequenz der Lastschrift nach Absprache mit dem Zahlungspflichtigen.

Eine weitere Variation der SEPA-Lastschrift ist das Cor1-Lastschriftverfahren. Dieses zeichnet sich insbesondere durch verkürzte Vorlaufzeiten aus, mit denen die Lastschrift bei der Zahlungsstelle bekanntgegeben werden muss. Ein Bankgeschäftstag Vorlaufzeit vor Fälligkeit der Lastschrift ist die Vorlaufzeit, die zwingend eingehalten werden muss. Ansonsten gelten fünf Tage für Basis-Lastschrift und zwei Tage für die Firmenlastschrift als Vorlaufzeit für die Einreichung der Lastschrift bei der Zahlungsstelle.

Mit der Prenotification wird dem Zahlungspflichtigen die Lastschrift angekündigt. Die Prenotification kann separat oder als Teil einer Rechnung erfolgen. Sie enthält die Höhe des Betrags, den Zeitpunkt des Einzugs, damit der Zahlungspflichtige für ausreichende Kontodeckung sorgen kann. Grundsätzlich beträgt die Vorankündigungspflicht vierzehn Tage. Diese kann aber vertraglich oder per AGB auf einen kürzeren Zeitraum vereinbart werden. Die Pflicht zur Prenotification gilt für Basis- als auch für die Firmenlastschrift. Grundsätzlich sind unterschiedliche Beträge separat per Prenotification anzukündigen. Dies kann auch einmalig zu Beginn erfolgen, wenn die unterschiedlichen Beträge zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt sind.

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