Startguthaben

Wie das Wort formuliert, handelt es sich um ein Guthaben zum Start. Banken und Sparkassen bieten ihren Kunden bei der Eröffnung eines neuen Girokontos gerne ein Startguthaben an. Die Summe im meistens zweistelligen Eurobereich wird einige Monate nach der Kontoeröffnung auf dem Girokonto gutgeschrieben.

Der Girozahlungsverkehr ist eines der Kerngeschäfte von Kreditinstituten als Voll- beziehungsweise Universalbank. Abgesehen von einer Bereitstellung der Hardware und der Software für den Giroverkehr entstehen den Banken und Sparkasse keine weiteren nennenswerten Kosten. Die Kontoinhaber bearbeiten ihren Zahlungsverkehr per Onlinebanking selbst. Sie übernehmen de facto die Arbeiten und Aufgaben, die noch vor ein, zwei Jahrzehnten ‚ein Heer von Kundenberatern und Mitarbeitern erledigt hat‘. Diese Personal- und Verwaltungskosten fallen nicht mehr an. Die Kreditinstitute können ihren Umsatz und Gewinn jetzt auch dadurch steigern, dass sich die Zahl der Girokonten erhöht. Die Abläufe sind allesamt automatisiert, sodass keine Mehrkosten entstehen, wenn die Kontenzahl steigt. Bei der Neukundenwerbung lassen sich die österreichischen Banken und Sparkassen buchstäblich viel einfallen.

Zu ihren Innovationen gehört auch das Startguthaben. Die Idee ist überall dieselbe, und dennoch sind die Startguthaben recht unterschiedlich. Meistens ist es ein Betrag zwischen 50 und 100 EUR, mit dem der Onlinebesucher im Internet auf die Werbung aufmerksam gemacht wird. Das Angebot klingt gut und sollte dennoch mit anderen gleichartigen Angeboten verglichen werden. Dem Kunden muss bewusst sein, dass die Bank oder Sparkasse kein Geld verschenkt, sondern das Startguthaben in eine zukünftige Geschäftsbeziehung investiert. Sinn und Zweck ist es auch hier, dauerhaft mit dem Neukunden Umsatz und Gewinn zu generieren. So wird in den meisten Fällen erwartet, dass er zukünftig seinen Zahlungsverkehr komplett über das neue Girokonto abwickelt. Das wird als ‚Gehaltskonto‘ bezeichnet. Damit ist sichergestellt, dass Lohn und Gehalt nicht mehr auf das bisherige, sondern auf das neue Konto überwiesen werden. Das ehemalige Girokonto wird nahezu bedeutungslos. Andere Kreditinstitute erwarten, dass es innerhalb einer bestimmten Frist nachweislich gelöscht wird.

Eine weitere Voraussetzung für das Startguthaben ist das neueröffnete Girokonto mit einem monatlichen Mindestgeldeingang, beispielsweise von tausend EUR. Erst wenn dieser Zahlungseingang mehrere Male nacheinander verbucht worden ist, besteht der Anspruch auf das Startguthaben. Mit solchen und anderen Vorgaben muss der Neukunde rechnen, wenn er in den Genuss eines Startguthabens kommen möchte. Dass die Gutschrift zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich erfolgt, ist gesichert. Kompliziert kann es werden, wenn das Startguthaben indirekt daran geknüpft ist, dass auf dem Girokonto monatlich mindestens drei oder fünf Buchungen mit einem Mindestbetrag von zum Beispiel 25 EUR erfolgt sein müssen. Mit solchen Vorgaben verfolgen die Kreditinstitute das Ziel, Kunden mit einem regen Zahlungsverkehr neu zu gewinnen. Der Weg hin zum Dispo-Kredit, zu dessen Inanspruchnahme und zu der damit verbundenen Bezahlung von hohen Dispo-Zinsen ist dann nicht mehr weit.

Spätestens jetzt beginnt die Investition des Startguthabens, wie es genannt wird, sich für das Kreditinstitut zu rechnen.