Überziehungsrahmen

Banken lassen bei einem Girokonto dem Inhaber es oftmals zu in einem bestimmten Rahmen das Konto zu überziehen. Überziehen ist dabei der Oberbegriff für einen Kredit. Das Girokonto wird normalerweise im Plus geführt, manchmal kommt es aber dazu, dass durch erhöhte Ausgaben ein Minus auf dem Girokonto gebildet wird. Die Bank gibt dabei vor, in welchem Rahmen man sich dabei aufhalten kann. Dieser Kredit wird dann mit dem von der Bank vorgegebenen Zinssatz Tag genau verzinst. Durch die verschiedenen Buchungen auf dem Konto geht dann dann der Saldo für den Kredit hoch und runter. Durch Zahlungseingänge wird der Kredit dann wieder ausgelöst und steht dann auch wieder zur Verfügung.

Der Zinssatz liegt bei einem Überziehungsrahmen in der Regel höher als der für vergleichbare Ratenkredite. Die Aufnahme des „Kredits“ erfolgt durch die normalen Buchungen schnell und unkompliziert.

Der Überziehungsrahmen wird in der Regel bei Kontoeröffnung für das Girokonto vereinbart. Bei Privatkunden richtet sich der Rahmen meist nach dem Gehaltseingang auf dem Girokonto. Viele Banken haben hier in der Regel ein Limit für den Überziehungsrahmen von drei Monatsgehältern sowie ein Maximum von 15.000 Euro. Diese Bestimmungen sind allerdings von jeder Bank frei vereinbar. Im Geschäftskundenbereich werden für den Überziehungsrahmen meist langfristig laufende Vereinbarungen zwischen Bank und Kunde getroffen. Diese beinhalten dann die Höhe der Summe. Niemals wird in den Kreditvereinbarungen für einen Überziehungsrahmen allerdings der Zinssatz festgelegt. Dieser wird variabel dem Kunden angeboten. Dies bedeutet, dass die Bank jederzeit das Recht hat, den Zinssatz an die aktuellen Marktverhältnisse anzupassen. Damit wird das Zinsänderungsrisiko für den Überziehungsrahmen komplett auf den Kunden übertragen. Allerdings besteht die Möglichkeit den Rahmen jederzeit zurückzuführen und damit die neu aufgerufene Kondition nicht zu akzeptieren. Somit hat der Kunde auch die Möglichkeit auf die veränderten Marktverhältnisse Einfluss zu nehmen. Über den Überziehungsrahmen hinaus gibt es bei vielen Banken noch einen Raum der ungenehmigten Überziehung. Dieser wird von der Bank frei festgelegt und beträgt oftmals 10% des Limits. In diesem Rahmen wird noch einmal dafür gesorgt, dass Buchungen nicht einfach zurück gehen und die Bonität des Kunden nach außen gewahrt bleibt. Allerdings wird für die ungenehmigte Überziehung ein oftmals sehr hoher Zins aufgerufen.
Die Zinsen für einen Überziehungsrahmen werden in der Regel vierteljährlich dem Rahmen belastet. Damit erfolgt ein Kreditierung der Zinsen für angenehme drei Monate. Die Kontoführungsgebühr ist unabhängig von einer Nutzung des Überziehungsrahmens, allerdings vereinbaren einige Banken eine pauschale bei erster Nutzung des Rahmens in einem Monat. Dies sind oft nur wenige Euro, diese werden aber auch schon fällig wenn man nur ganz gering den Rahmen in Anspruch nimmt. Dies führt zu einer extremen Steigerung des effektiven Jahreszinses.