Zeichnungsberechtigung

Zeichnungsberechtigung ist im rechtlichen Sinne die Befugnis, für einen anderen mit Wirkung nach außen hin unterschreiben und somit verbindliche Erklärungen abgeben zu können. Damit vergleichbar ist die Situation bei einem Girokonto. Derjenige, der zusätzlich zum Kontoinhaber zeichnungsberechtigt ist, kann am Zahlungsverkehr auf dem Girokonto teilhaben. Die Zeichnungsberechtigung wird dem Betroffenen von dem Kontoinhaber erteilt. Der, und zwar nur der ist rechtlicher Vertreter gegenüber dem Kreditinstitut, wenn es um Rechtsangelegenheiten des Girokontos geht. Nur der Kontoinhaber kann das Konto löschen oder Änderungen wir Wirkung nach außen vornehmen. Er ist der Verfügungsberechtigte mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten. Eine deutliche Stufe darunter, und zwar mit weniger Rechten aber auch weniger Pflichten, steht der Zeichnungsberechtigte. Er ist von der Erteilung der Zeichnungsberechtigung durch den Kontoinhaber als den Verfügungsberechtigten abhängig. Der kann die Zeichnungsberechtigung jederzeit erteilen und widerrufen.


Die Zeichnungsberechtigung wird bei dem kontoführenden Kreditinstitut schriftlich festgehalten und durch das Hinterlegen einer Unterschriftenprobe dokumentiert. Der Zeichnungsberechtigte muss sich, ebenso wie der Kontoinhaber, legitimieren. Seine Identität wird durch die Feststellung der Personalien mit Personalausweis oder Reisepass festgehalten. In der Filiale am Ort geschieht das in einem persönlichen Gespräch mit dem Kundenberater durch das Kopieren der Ausweispapiere. Bei Direkt- und bei Onlinebanken legitimiert sich der Zeichnungsberechtigte durch das Postident-Verfahren in einer Filiale der ÖPAG, der Österreichischen Post AG. Die Verfahrensweise ist dieselbe wie bei einer Kontoeröffnung oder bei der Kreditbeantragung. Lediglich das Formular des Kreditinstitutes ist auf den Zeichnungsberechtigten anstelle auf den Verfügungsberechtigten abgestellt.

Die Beantragung einer Bankomatkarte oder einer Kreditkarte mit beziehungsweise ohne Kartenkredit gehört nicht zur Zeichnungsberechtigung. Eins wie das andere ist ein typisches Beispiel für die Verfügungsberechtigung, bleibt also dem Kontoinhaber vorbehalten. Dem muss bewusst sein, dass er mit der Zeichnungsberechtigung im wahrsten Sinne des Wortes ‚grünes Licht‘ dafür gibt, dass eine zweite Person ohne jede Einschränkung über den jeweiligen Kontosaldo verfügen kann. Gegenüber dem kontoführenden Kreditinstitut ist es egal, wer von beiden die Buchung veranlasst. Wenn der Zeichnungsberechtigt mit dem OK des Verfügungsberechtigten auch über eine Bankomatkarte verfügt, dann kann er ebenfalls bargeldlose Zahlungen veranlassen sowie Bargeld am Geldautomaten abheben.

Die Zeichnungsberechtigung erfordert ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den betroffenen Personen. Jede von beiden muss wissen, dass ihre Kontoverfügung unwiderruflich ist. Üblich ist diese Form der Kontoverfügungsberechtigung unter Ehe- und Lebenspartnern. Bei anderen Partnerschaftsformen oder bei Freundschaften müssen sich Verfügungsberechtigter sowie der oder die Zeichnungsberechtigten buchstäblich gut kennen. So sollte genau geprüft werden, aus welchem Grunde und zu welchem Zweck die Zeichnungsberechtigung erteilt wird. Alternativen dazu, mit denen derselbe oder ein annähernd vergleichbarer Effekt erzielt werden kann, dürfen kein Tabu sein, sondern sollten ernsthaft erwogen werden.

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