Legitimation

Der Begriff Legitimation steht ganz allgemein dafür, sich ausweisen zu können, oder einen anderen zu bevollmächtigen. Abgeleitet ist das Wort vom lateinischen legis, zu Deutsch Rechtfertigung. Der Neukunde muss sich zur Eröffnung eines Girokontos beim Kreditinstitut legitimieren.


Für die österreichischen Banken und Sparkassen ist es eine bindende Vorschrift, dass sich jeder Neukunde bei der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung legitimieren muss. Umgekehrt muss er vom Kreditinstitut identifiziert werden. Das Ergebnis ist hier wie da dasselbe. Jeder muss wissen, mit wem er es zu tun hat. Der Kunde weiß es, weil er ganz bewusst diese Bank persönlich aufsucht, oder ihre Webseite im Internet besucht. Das Impressum gibt Auskunft über die Rechtsform des Kreditinstitutes sowie über dessen vertretungsberechtigte Geschäftsführung. Bestenfalls werden einige der leitenden Mitarbeiter auf der Firmenwebseite vorgestellt. Das Kreditinstitut hingegen muss den Neukunden erst noch näher kennenlernen.

Das geschieht durch eine Legitimation beziehungsweise durch die Identifikation. Bei einem Kundengespräch in der Filialbank oder Sparkasse am Ort legitimiert sich der Neukunde bei dem Kundenberater durch die Vorlage von Personalausweis oder Reisepass. Ein wichtiges Kriterium ist der Nachweis über den aktuellen, festen Wohnsitz. Der ist aus dem Reisepass nicht erkennbar. Daher wird in diesem Falle die zusätzliche Vorlage eines Wohnsitznachweises erwartet. Das Kreditinstitut möchte die Gewissheit haben, dass der potentielle Kontoinhaber einen festen Wohnsitz hat.

Bei Kreditinstituten wie Direktbanken und Onlinebanken ist eine solche Legitimation nicht möglich. Der Neukunde kann das Kreditinstitut nicht aufsuchen, weil es kein Filialnetz unterhält. Und wenn es sich um eine Bank mit Sitz im Ausland handelt, dann ist eine persönliche Legitimation geradezu undenkbar. An deren Stelle tritt jetzt die Identifikation, das Postident-Verfahren. Der Neukunde bekommt von der Bank per E-Mail als Datei ein Formular zugeschickt. Das wird von einem Mitarbeiter der Österreichischen Post AG in der nächstgelegenen Filiale ausgefüllt. Dort weist sich der potentielle Neukunde mit seinem Personalausweis oder Reisepass aus. Er legitimiert sich und wird als solcher identifiziert. Das ist kostenlos und dauert im wahrsten Sinne des Wortes keine fünf Minuten. Der ÖPAG-Mitarbeiter schickt das von ihm gegengezeichnete Postident-Formular an die Bank, wobei im Inland üblicherweise dafür keine Portokosten berechnet werden.

Eine neuere Möglichkeit zur Legitimation ist das Videoident-Verfahren. Hier wird der Neukunde online per Videochat von derjenigen Bank identifiziert, bei der er ein Konto eröffnen möchte. Seine Ausweisunterlagen wie Reisepass oder Personalausweis werden nach bestimmten Vorgaben in die Kamera an seinem PC gehalten und von der Bank direkt ‚eingelesen‘. Deren biometrisch ausgerichtete Software sorgt für Fälschungssicherheit. Bei dieser Methode entstehen ebenfalls keine Kosten, und der Weg zur nächsten Postfiliale ist überflüssig. Darüber hinaus wird der Postweg von ein oder zwei Tagen eingespart. Wenn es bei einem Onlinekredit oder bei einem Sofortkredit besonders schnell gehen soll, dann ist diese neue Art der Legitimation geradezu ideal für den Neukunden.