Konto wechseln: Tipps zum erfolgreichen Wechsel des Girokontos

Das Konto wechseln? Warum denn das! Das ist doch nur Arbeit und bringt doch nichts, nein, das lass ich lieber bleiben. So oder ähnlich denken wohl viele Österreicher und hat man einmal das Konto gewechselt, ändert sich die Meinung der Österreicher, dass es doch gar nicht so schwierig war und man sich doch schon früher hätte trauen sollen, denn mit einem Kontowechsel wechselt man meistens zu einer sympathischeren Bank oder zu einer kostengünstigeren Bank oder im besten Falle zu einer Bank welche sympathischer ist und gleichzeitig auch noch kostengünstiger.

Häufig ist es ein Kontowechsel aber auch dann der Fall wenn ein Kredit benötigt wird. Viele Banken geben dem Kreditnehmer nachdrücklich zu verstehen, dass mit dem Kredit auch der Wechsel der Bankverbindung notwendig ist. Manche lassen sich auf diesen Deal ein und wechseln so auch das Girokonto zu einer neuen Bank.

Wenn Sie aber freiwillig das Girokonto wechseln möchten und Sie auf der einen Seite die freundliche Bank und eine Einsparung von Kontoführungsgebühren haben auf der anderen Seite jedoch den einmaligen Aufwand, so seien Sie nicht zögerlich oder gar furchtsam. Ein Wechsel des Kontos ist nicht schwierig und die Arbeit die damit verbunden ist, ist mehr als überschaubar.

Mit 18. September 2016 tritt das Verbraucherzahlungskontogesetz (VZKG) in Kraft, welches die Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/92/EU ist. Diese Richtlinie hat zum Ziel, dass Konsumenten mehr Transparenz für ihre Kontoführungsgebühren erhalten und der Wettbewerb zwischen den Banken gefördert wird. Mit dem VZKG müssen die Zahlungsdienstleister den Kontowechsel vereinfachen und standardisierte Prozesse für einen Kontowechsel anbieten. Das bedeutet, dass die bisherige Bank zahlreiche Informationen rund um

  • Überweisungen
  • Daueraufträge und
  • Lastschriften

der neuen Bank zur Verfügung stellen muss und dies für die letzten 13 Monate. Der neue Zahlungsdienstleister übernimmt danach die Aufgabe die Schuldner und Gläuber über die Änderung der Zahlungsverbindung zu informieren. Will der Kunde dies selbst tun, so hat die Bank ihm dafür ein Musterschreiben zur Verfügung zu stellen. Damit wird der Kontowechsel für die Konsumenten noch einfacher und schneller von statten gehen.

 

 

Tipps zum Kontowechsel: Das sollten Sie beachten!

Wenn Sie nun wirklich überlegen das Girokonto zu einer neuen Bank zu übertragen, so helfen Ihnen die neuen Banken hier meist aus. Das Stichwort ist hier das Wort „Kontowechselservice“ welches von vielen Banken aktiv angeboten wird und Sie somit in den Genuss kommen, dass Ihnen die Bank die Arbeit größtenteils abnimmt. Allerdings sollten Sie auch stets ein Auge darauf haben und daher empfehlen wir folgende Tipps beim Wechsel des Kontos zu berücksichtigen:

10 Tipps zum erfolgreichen Kontowechsel

Wenn Sie erfolgreich und ohne viel Mühen und Qualen das Girokonto wechseln möchten, so sollten Sie folgende 10 Tipps unbedingt berücksichtigen:

  1. Suchen Sie sich das für Sie beste Angebot heraus. Vergleichen Sie nicht nur die Hard-Facts wie Kontoführungsgebühren, die Kosten für Bankomat- und Kreditkarte und die Zinsen sondern auch Soft-Facts wie die Erreichbarkeit der Bank. Passt diese Bank zu Ihnen?
  2. Bevor Sie die Bank wechseln, verhandeln Sie unbedingt noch mit der bestehenden Bank, denn bei den Gebühren geht in der Regel immer etwas. Ganz kostenlos wird es aber bei den Filialbanken selten.
  3. Haben Sie nun eine neue Bank und ein neues Konto gefunden, so kündigen Sie nicht sofort das bestehende, alte Girokonto bei ihrer alten Bank. Viel Ärger ist vorprogrammiert, wenn Zahlungen ins Leere gehen. Am schlimmsten ist es wohl, denn das Gehalt bzw. der Lohn nicht mehr überwiesen werden kann, weil das alte Konto bereits gelöscht wurde und sie beim Arbeitgeber vergasen, ihre neue Bankverbindung anzugeben. Warten Sie also ein paar Wochen ab (mindestens 4 Wochen, besser 8 bis 10 Wochen), bis Sie bei Ihrer alten Bank das bestehende Konto löschen. Erfragen Sie sich bitte auch die Kündigungszeiten, denn im schlimmsten Fall versäumen Sie eine wichtige Frist und sind dann noch länger gebunden.
  4. Eröffnen Sie das neue Girokonto bei Ihrer neuen Bank. Fragen Sie nach einem Kontowechselservice. Die neue Bank soll Sie unterstützen, aber Sie müssen hier die notwendigen Informationen liefern.
  5. Informieren Sie alle Stellen, dass Sie über eine neue Bankverbindung verfügen. Das kann Ihr Arbeitgeber sein, die Pensionsanstalt, Personen die Ihnen Monat für Monat etwas zukommen lassen (Miete, Alimente, …).
  6. Richten Sie auf dem neuen Konto alle Daueraufträge genauso wieder ein, wie Sie die Daueraufträge beim alten Konto auch haben.
  7. Informieren Sie die zahlreichen Stellen bei denen Sie SEPA-Lastschriften haben, damit diese Ihren neuen IBAN haben und weiterhin Strom, Gas, Telekom, Vereinsmitgliedschaft, etc. einziehen können. Achten Sie auch unbedingt darauf, dass Sie auch jene Stellen berücksichtigen, welche nur selten von Ihrem Geld einziehen. Typischerweise handelt es sich hier um irgendwelche Mitgliedschaften, Versicherungen und ähnliches. Zur Unterstützung, wo Sie denn überall eine Lastschrift haben könnten, gibt es diese Lastschrift-Checkliste.
  8. Kontrollieren Sie speziell in der Anfangszeit die Kontobewegungen auf dem alten und dem neuen Konto sehr gut und reagieren Sie schnell, wenn etwas aus dem Ruder läuft!
  9. Informieren Sie nach einer erfolgreichen Probezeit ihre alte Bank, dass Sie das alte Girokonto nun kündigen und informieren Sie die alte Bank darüber, dass der jeweilige Kontostand (Plus oder Minus) mit ihrem neuen Girokonto gegengerechnet werden soll. Etwaige spätere Abbuchungen von ihrem alten Girokonto sollen auf das neue Girokonto umgeleitet werden (probieren können Sie’s, ob dies tatsächlich klappt, hängt von der jeweiligen Bank ab).
  10. Seien Sie stolz auf sich, denn ab sofort sind Sie bei einer neuen Bank und ersparen sich nachhaltig Geld durch ihr neues Konto und einer hoffentlich niedrigeren Kontoführungsgebühr.

Checkliste für Lastschriften und Einziehungsaufträge

Haus und Wohnung:

  • Miete
  • Telefonanbieter (Festnetz, Mobiltelefon)
  • Internet
  • GIS
  • TV-Anbieter
  • Stromanbieter (Netz- und Energieversorger)
  • Gasversorger (Netz- und Energieversorger)
  • Wasserversorger
  • Gemeinde (Abwasser und Müllabfuhr)

Versicherungen:

  • Haushaltsversicherung
  • Lebensversicherung
  • Auto-Versicherung
  • Motorrad-Versicherung
  • Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Private Zusatzversicherung
  • Krankenversicherung
  • Reiseschutzversicherung
  • Sonstige Versicherungen

Ämter und Behörden:

  • Finanzamt/Familienbeihilfe
  • Steuerberater
  • AMS

Diverse Lastschriften und Einziehungsaufträge:

  • Zeitungs- und Zeitschriftenverlage
  • Vereine, Verbände, Clubs etc. (Fitnessstudio, Sportverein, Musikverein, Weiterbildungskurse, Konzertabos etc.)
  • ÖAMTC, …
  • Spenden & Patenschaften

Kinder:

  • Kindergarten
  • Schule
  • Kinderbetreuung
  • Musik- und Sportunterricht
  • Nachhilfe

Finanzprodukte:

  • Kreditkarten
  • Sparprodukte
  • Wertpapierdepots
  • Leasing
  • Finanzierungen

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4 Kommentare am "Konto wechseln: Tipps zum erfolgreichen Wechsel des Girokontos"

Ist es möglich beim Wechsel von einer Bank zur anderen eine Kreditkarte zum neuen Gehaltskonto mitzunehmen? Die Kreditkarte wurde zwar über die alte Bank beantragt, ist allerdings eine normale Paylife Classic-Karte.

Was beinhaltet das von Ihnen erwähnte Kontowechselservice, das eine Bank anbieten kann, wenn man selbst alle Firmen bzgl. der Umstellung selbst anschreiben muss?

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