Bankomatgebühr in Österreich

In Österreich kommen langsam aber sicher die Bankomatgebühren. Da eine Befragung ergeben hat, dass 94 % aller Österreicher auch regelmäßig Geld beim Bankomaten beheben ist die Bankomatgebühr für Konsumenten, für Banken und natürlich auch für die Politik ein wichtiges Thema. Wir Österreicher sind ein Volk der Barzahler und so nutzen wir einen Bankomaten doch eher häufig. Die ING-DiBa hat in einer Studie erhoben, dass wir Österreicher zu 58 % einen Bankomaten mehrmals im Monat benuten und 17 % sogar mehrmals in der Woche! Nur 6 % der Österreicher benutzen gar keinen Bankomaten und gehen so zum Bankschalter, wenn diese Bargeld benötigen.

Was kostet ein Bankomat?

Die Beschaffungskosten eines Bankomats liegen bei bis zu 70.000 Euro. Die Kosten hängen natürlich auch vom Modell ab. Neben den Anschaffungskosten verursacht ein Bankomat natürlich auch laufende Kosten in Form der Wartung und Sicherheit und so ist es kaum verwunderlich, dass die Betreiber dieser Geldautomaten auch darauf schauen, dass sich dieser Bankomat rentiert. Sei es durch verstärkte Kundenbindung der eigenen Kunden oder durch Fremdbehebungen, welche durch eine komplexe Querverechnung wiederum Erlöse einspielt.

Die Betreiber von Bankomaten in Österreich

In Österreich gibt es 3 verschiedene Betreiber von Bankomaten. Der größte Betreiber ist die Payment Service Austria in Österreich mit ca. 7600 Bankomaten die in Österreichs Banken stehen. Hier finden sich alle bankeigenen Bankomaten wieder, die über die Payment Service Austria zusammengeführt werden und die Kosten untereinander verrechnet werden. Behebt ein Raiffeisen Kunde bei einem Bankomaten einer Sparkasse, so werden die Servicegebühren zwischen der Sparkasse und der Raiffeisenbank im Interbankenverkehr verrechnet. Ähnlich ist es beim 2. Anbieter von Bankomaten, dem Unternehmen aus den USA, First Data. First Data hat in Österreich rund 1100 Bankomaten aufgestellt, wobei rund die Hälfte in gut frequentierten SPAR-Geschäften zu finden sind. Diese befinden sich hier an der Außenmauer oder im Eingangsbereich. Es fallen hier ebenfalls Servicegebühren an, welche bei bis zu 45 Cent liegen. Diese Gebühren werden von First Data an die jeweilige Bank verrechnet. Diese Kosten schluckt die Bank für den Kunden. Gänzlich anders gelagert ist es bei dem zweiten Unternehmen aus den USA, der Firma Euronet. Diese verrechnet nicht direkt mit den Banken, sondern lastet Gebühren den Kunden an, welche soeben Bargeld beheben möchten. Dass Euronet meist (nicht bei allen Euronet Bankomaten) eine Servicegebühr in der Höhe von pauschalen 1,95 Euro verrechnet ist seit Juli 2016 der Fall. Bis dahin waren auch die Bargeldbehebungen bei Euronet für den Kunden gratis. Euronet betreibt in Österreich rund 90 Bankomaten.

Die Verteilung der Bankomatbetreiber in Österreich

Die Verteilung der Bankomatbetreiber in Österreich – Payment Service Austria mit 7.600 Bankomaten, First Data mit rund 1.100 Bankomaten und Euronet mit rund 90 Bankomaten.

Wer verlangt nun eine Bankomatgebühr?

Von den 3 Bankomatbetreibern gibt es im Moment nur ein Unternehmen, welches Bankomatgebühren verlangt und dies ist der kleinste Player am Markt, die Firma Euronet 360 Limited. Hier werden die oben bereits genannten 1,95 Euro pro Behebungsvorgang fällig, unabhängig davon, wie hoch der Betrag ist, der vom Girokonto behoben wird. Dass eine Gebühr in der Höhe von 1,95 Euro fällig wird ist beim Behebevorgang nicht zu übersehen, denn auf einem Extra-Screen findet sich die folgende Information:

DER EIGENTÜMER DIESES TERMINALS, EURONET 360 FINANCE LTD., WIRD IHNEN EINE GEBÜHR IN HÖHE VON EUR 1,95 BERECHNEN.

WENN SIE EINVERSTANDEN SIND, DRÜCKEN SIE BITTE „ANNEHMEN“.

WENN SIE BEENDEN MÖCHTEN, DRÜCKEN SIE BITTE „ABBRUCH“.

Dieser Screen muss mit „Annehmen“ akzeptiert werden, damit das Bargeld aus dem Bankomaten sprudelt. Im Hintergrund wird dann der eingegebene Betrag vom Girokonto abgebucht inklusive der Gebühr von 1,95 Euro.

Eine Quittung gibt es natürlich auch, wenn Geld bei einem Euronet Bankomaten behoben wird.

Eine Quittung gibt es natürlich auch, wenn Geld bei einem Euronet Bankomaten behoben wird.

Neben der Firma Euronet gibt es aber zumindest auch noch 2 Banken, welche eine Art von Bankomatgebühr einheben:

RLB Tirol: Bankomatgebühr für Behebungen bei fremden Bankomaten

Die RLB Tirol möchte ihre Kunden so steuern, dass sie nur bei Bankomaten ihr Bargeld beheben, die zur RLB Tirol gehören. Die RLB Tirol nennt diese Gebühr Postenentgelt und diese beträgt pro Behebung bei einem fremden Bankomat 60 Cent.

BAWAG P.S.K.: Günstige Konto-Angebote beinhalten nur wenige Automatentransaktionen

Einen interessanten Weg geht die BAWAG P.S.K. mit ihrem Einfach Online Konto und mit der KontoBox Small und Medium. In diesen Konto-Modellen ist es so, dass max. 1 bzw. 5 Automatentransaktionen kostenfrei sind. Wird öfters als die maximale Grenze Geld behoben, so fallen Gebühren an. Diese Gebühren liegen bei 39 Cent pro Behebung.

Bankomatgebühren erlaubt oder verboten?

Mit dem Ende der großen Koalition gab es in den letzten Tagen des damaligen Parlaments noch so einige Beschlüsse, unter anderem war die SPÖ federführend darin, dass es zu einem Verbot von Bankomatgebühren kommt, die ÖVP war bekanntlich dagegen und wollte hier ein Spiel des freien Marktes. Auf jeden Fall wurde das Gesetz beschlossen und mit 13. Jänner 2018 ist das neue Bankomatgebührengesetz nun auch in Kraft. Dieses Gesetz besagt, dass es in den meisten Fällen nicht erlaubt sein wird, dass Gebühren verlangt werden bzw. dem Kunden angelastet werden. Für uns Endkunden bedeutet dies, dass die kontoführende Bank die Gebühren und Entgelte zu übernehmen hat, wenn die Automatenbetreiber für Behebungen Geld verlangen. Im Moment ist das nur Euronet in Österreich. Aber es gibt auch Ausnahmen, denn die Bank muss diese Gebühren nicht tragen, wenn diese bei der Eröffnung des Kontos zwischen einem pauschalen Kontoführungsentgelt (samt allen Abhebungen per Bankomat) und einem Tarif mit niedriger Kontoführungsgebühr, aber mit Zusatzkosten für einzelne Abhebungen per Bankomat wählen konnten. Die meisten bislang angebotenen Konten waren aber jene mit Pauschalverrechnung und es findet sich wohl in gar keinem Vertrag so ein Passus.

Die Banken sehen bei diesem Gesetz einen Vertrag zulasten eines Dritten und werden rechtlich dagegen vorgehen. Da diese rechtliche Auseinandersetzung wohl definitiv länger dauern wird, wird man sich als Kunde nun mal auf den Status Quo einstellen dürfen. Was den Banken aber helfen könnte, ist eine erneute gesetzliche Änderung durch die neue Regierung, welche liebend gerne wohl alte Beschlüsse welche vorrangig von der SPÖ getragen wurden.

Die Zukunft der Bankomatgebühren in Österreich

Aktuell mit Stand 13.1.2018 sind Bankomatgebühren quasi nicht mehr vorhanden, denn all die Kosten hat das kontoführende Institut zu tragen, wir Konsumenten können nun also bei jedem Bankomaten unser Geld beheben und uns nicht davor fürchten, dass uns hier Kosten entstehen – sofern wir ein pauschalisiertes Konto haben. Ansonsten könnten uns nämlich dennoch Gebühren entstehen. Man darf gespannt sein, wie die rechtliche Auseinandersetzung der Banken gegen das Gesetz ausgeht und wie die Banken mit ihren Kontopaketen auf dieses Gesetz reagieren und ob bestehende Bankomatbetreiber dieses Gesetz ausnützen und die Gebühren nach oben treiben. Auf jeden Fall scheint es so, als ob nun ein neues Zeitalter beginnt und sich der Markt schon bald mit Veränderungen darauf einstellen wird.

Die Euronet Bankomaten – eine Auswahl der Standorte

Euronet selbst veröffentlicht leider keine Liste wo sich all die kostenpflichtigen Euronet Standorte befinden und so gibt es verschiedene Listen und Bankomatfinder die versuchen ein möglichst umfangreiches Bild an Euronet Bankomaten zu zeigen. Gratis-Konto.at zeigt Ihnen einen Auszug an Standorten an denen sich ein Bankomat von Euronet befindet ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Insgesamt gibt es angeblich rund 90 Bankomaten in Österreich, wobei die Zahl nach und nach steigt.

Euronet Bankomaten in Österreich - die Standorte

NameStrassePLZOrt
APPLE RESELLERKupferschmiedgasse 21010Wien
IC -STEPHANSPLATZStephansplatz 91010Wien
STEPHANSPLATZ 8AStephansplatz 8a1010Wien
STROSS REINIGUNGHoher Markt 21010Wien
BUCHHANDLUNG FRICKDoktor-Karl-Lueger-Platz 31010Wien
HOTEL MARRIOTT WIENParkring 12a1010Wien
COFFEE DAYUniversitätsring 101010Wien
HOTEL INTERCONTINENTAJohannesgasse 281030Wien
SNEAK INKirchberggasse 71070Wien
BREITENEDER IMMOBILIENMariahilfer Strasse 371060Wien
NEUBAUGASSELerchenfelder Strasse 431070Wien
L'TURMariahilfer Strasse 661070Wien
MARGARETEN APOTHEKEMargaretenstrasse 751050Wien
MANHATTEN BARNeubaugürtel 181070Wien
LUGNER CITYGablenzgasse 111150Wien
HILTON DANUBEHandelskai 2691020Wien
LAUFHAUSTriester Strasse 411100Wien
MERKUR BADENMühlgasse 482500Wien
AM GRABEN 191010Wien
KÄRNTNERSTRASSE 471010Wien
ROHR 236280Zell am Ziller
STRASSE DES ERSTEN MAI 51020Wien
THALIASTRASSE 154A1160Wien
MARIAHILFERSTR. 1321070Wien
DONAUESCHINGERSTRASSE 201200Wien
ADALBER-STIFTER-STRASSE 331200Wien
FELDKREUTZSTRASSE 16063Rum
RESTAURANT ZUGVOGEL1300Wien
GATE D1300Wien
EINFAHRTSSTR. 25700Zell am See
TURRACHER HÖHE 1208864Stadl-Predlitz
Dorfstraße 749546BAD KLEINKIRCHHEIM
5602Wagrain
9620Hermagor
9620Nassfeld
Airport1150Wien
SALZBURGER STRASSE 306112Wattens
INDUSTRIESTR. 12-142540Bad Vöslau
MATTERSBURGER STR. 507000Eisenstadt
SPETTERBRUCKE 41160
WIENERSTR. 1207100Eisenstadt
JAKOMINIPLATZ GRAZ8010Graz
ZIEHERSTRASSE 728041Graz
MITTERNDORFER STRASSE 22442Unterwaltersdorf
Tabak TrafikFloridusgasse 131210Wien

 

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Margit

Es gibt auch einen gebührenpflichtigen Bankomaten in der Margaretenstraße 75, 1050 Wien. Mich würde interessieren wie die Gebühren von der Bank zurück verlangt werden. Braucht es dafür ein eigenes Formular?

Peter Hofmann

Neuerdings steht ein gebührenpflichtiger Bankomat bei der Trafik-Floridusgasse-1210 Wien

Peter

Sparkasse verrechnet 3 EURO Pro Abhebung!!